Waldviertler für Ausbau der Windenergie

Resümee der Bezirksforen der Windinitiative Waldviertel

Etwa 600 Personen besuchten die vier Informationsveranstaltungen in Horn, Zwettl, Waidhofen/Thaya und Gmünd. Das Echo war interessant: Ca. 80% befürworten und unterstützen die Initiative und fordern einen raschen Ausbau der Windenergie im Waldviertel, etwa 20% beurteilen die Maßnahmen als sinnvoll. Vehemente Gegenstimmen oder Ablehnung wurden bei keiner der vier Veranstaltungen vorgebracht. Deutliches Interesse wurde seitens der Besucher auch gegenüber einer Beteiligungsmöglichkeit ausgedrückt. 80% der Teilnehmer sind bereit, in den Ausbau der Windenergie persönlich zu investieren und sich daran zu beteiligen, 17 % sind noch unentschlossen, lediglich 3% zeigen keine Beteiligungsbereitschaft.

Wenige Bedenken

Nur vereinzelt wurden Bedenken geäußert. Vor allem die Größe der Anlagen und die damit einhergehende Veränderung der Landschaft waren Anlass für manche Sorge. Mangels sinnvoller Alternativen könnten die meisten jedoch damit leben.

Großes Potenzial für die Region

Das Waldviertel hat ein großes Windenergiepotenzial. Mit der bisherigen Technologie war dieses jedoch nicht nutzbar. Der Grund: erst ab ca. 100 Meter Höhe weht der Wind im Waldviertel stark und konstant genug. Die Windenergieanlagen der neuesten Generation haben höhere Türme (ca. 140 Meter) und können daher auch im Wald stehen. Das Waldviertel hat sich etwas „erwartet"", brachte Andreas Dangl, Vorstandsvorsitzender der WEB Windenergie AG und Initiator der Initiative, die neue technische Entwicklung auf den Punkt.

Geld einnehmen statt ausgeben

Zuspruch fand auch das vorgestellte 40/40/20-Ausgleichsmodell. Dieses sieht vor, dass neben den Grundeigentümern auch die jeweilige Standortgemeinde und die Region am Stromertrag beteiligt werden. Noch viel mehr bringt die regionale Wertschöpfung. Statt Geld für Energie ins Ausland zu zahlen, holt man mit Windenergie Geld in die Region. Bis zu 70 Millionen Euro könnten dadurch pro Jahr im Waldviertel bleiben, rechnete Ing. Otmar Schlager von der Energieagentur der Regionen vor.

Arbeitsplätze und wirtschaftliche Vorteile

Dass mit Windenergieanlagen auch Arbeitsplätze in der Region entstehen, ist für die Regionalmanagerin Mag. Ursula Poindl ein wichtiger Punkt. DI Josef Plank, Geschäftsführer der Renergie GmbH und Präsident des Verbandes Erneuerbarer Energien, sieht in der Energiewende sogar die Chance, dass sich ländliche Regionen als Energielieferanten für die Ballungsräume etablieren und sich damit wirtschaftliche Vorteile schaffen.

Politik steht voll dahinter

Breite Unterstützung und einhellige Zustimmung findet die Windinitiative bei den Mandataren ALLER politischen Fraktionen der Region. NR Erwin Hornek brachte die überlegene Energieeffizienz der Windenergieanlagen bildhaft auf den Punkt: "Mit einer Windenergieanlage der neuen Generation kann man 5000 PS Leistung erbringen. Das sind 50 Stück 100 PS-Traktoren...". Bürgermeister Martin Bruckner aus Gross Schönau begründet seinen Einsatz für die Energiewende so: "Ich will, dass meine Kinder nicht Hinterbliebene, sondern Erben sind..."

Ab Frühjahr 2012 geht's los

Abschließend skizzierte Andreas Dangl die nächsten Schritte der Windinitiative: Im Frühjahr wird eine Studie des Landes NÖ über die Windkraftnutzung im Waldviertel präsentiert werden. Dann sollen auch die ersten Projektstandorte der WEB Windenergie AG bekannt gegeben werden. Die ersten Windenergieanlagen könnten 2014 ans Netz gehen.